Schimmelbekämpfung

Der "echte Hausschwamm" - gefährlichster Gebäudezerstörer



Wichtigste Sanierungsmaßnahme ist das Abstellen von Feuchtigkeitsquellen!


Technische Fehlerquellen, wie
  • undichte Wasserleitung
  • Regenrinnen
  • Abflussrohre
  • kapillar aufsteigende oder eindringende Feuchtigkeit
müssen beseitigt bzw. repariert werden.


Schwammbekämpfung nur durch erfahrene Fachfirmen
Die Gefahr des Wiederauflebens des Hausschwammes ist außerordentlich groß. Die Befallstellen sind genau abzugrenzen, wobei ein Sicherheitsabstand in der Ausdehnung von 1 - 2 qm über dem erkennbaren Befall eingehalten werden muß. Es ist in jedem Fall auch der Verputz vom Mauerwerk zu entfernen, um die Ausbreitung festzustellen. In der Regel müssen über den befallenen Kellerräumen die Fußböden und die darunterliegende Auffüllung ausgebaut werden. Sehr oft sind auch Türstöcke und Fensterbänke schon vom Hausschwamm geschädigt, so dass auch diese ausgebaut werden müssen. Das infizierte Material ist Sondermüll und somit nur durch zugelassene Entsorger ordnungsgemäß zu entsorgen oder zu verbrennen. Selbstverständlich müssen nach einer solchen Arbeit alle Zugangs- und Transportwege in die Bekämpfungsmaßnahmen mit einbezogen werden. Alle Oberflächen des Mauerwerks sind anschließend abzuflammen, d.h. auszubrennen. In den Befallsbereichen muss das gesamte Mauerwerk durch Anlegen von Bohrlöchern im Abstand von ca. 20 - 25 cm und einer Tiefe von mindestens 4/5 der Mauerdicke (wobei der Bohrlochdurchmesser 15 mm sein soll) durch mehrmaliges Auffüllen mit amtlich zugelassenen bzw. nach "Ral" geprüften Holzschutzmitteln bearbeitet werden. Ebenso müssen die gesamten Oberflächen mit den zugelassenen Schwammbekämpfungsmitteln imprägniert werden. Zum Schluss sei noch bemerkt, dass es neben dem echten Hausschwamm noch andere Schwammarten gibt, insbesondere den gelbrandigen Hausschwamm, den balkenbewohnenden Hausschwamm sowie den wilden Hausschwamm, den Porenschwamm und den Kellerschwamm. Sie sollen in gleicher Weise wie der echte Hausschwamm bekämpft werden.




Obwohl der Hausschwamm schon seit langer Zeit bekannt ist, die ältesten Überlieferungen gehen in die Zeit 1300 v. Chr. zurück, muss man sich wundern, dass er noch so stark verbreitet ist. In den Altstadtgebieten sind oft ganze Straßenzüge vom echten Hausschwamm befallen, der mit den Speise- und Giftpilzen eng verwandt ist. Die genaue Bezeichnung lautet: serpula lacrimans.

Erkennen des echten Hausschwamms
Wegen seiner vielfältigen Erscheinungsformen wird der echte Hausschwamm sehr oft von Bauunternehmern, Architekten und sogar Bausachverständigen nicht erkannt. Immer wieder kann man feststellen, dass durch die Fehlbestimmung und Fehleinschätzung von Schadensbildern und Erkennungsmerkmalen unsachgemäß Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Anhand gezielter Untersuchungen durch Fachleute wurde festgestellt, dass nur ca. 40 % der in einem Altstadtgebiet untersuchten Häuser frei von holzzerstörenden Pilzen waren. In 40 % der Fälle war der Befall durch den echten Hausschwamm sichtbar. Ein weiterer hoher Prozentsatz der untersuchten Häuser war mit ähnlichen, stark holzzerstörenden Pilzen befallen als da sind, der braune Kellerschwamm, der weiße Porenschwamm und einige Blättlingsarten. Die Unterscheidungsmerkmale an dem befallenen Holz sind nur mikroskopisch zu analysieren. Relativ gute Unterscheidungsmerkmale weisen die einzelnen Fruchtkörper auf. Es kann auch eine Differenzierung durch die Myzelstränge vorgenommen werden.